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Audio System Design Tool: MAPP XT von Meyer Sound

Bis an die Reserven

Für die Liebhaber von Großkatzen aus dem Hause Meyer Sound ist MAPP XT schon seit zwei Jahren Realität geworden. Denn User der LEO-Family durften schon zwei Jahre den Beta-Test des sogenannten „Audio System Design Tools“ begleiten und damit arbeiten.

Audio System Design Tool: MAPP XT von Meyer Sound

MAPP XT von Meyer Sound wurde im Frühjahr auf der Prolight + Sound 2015 offiziell vorgestellt. Ich traf in Frankfurt die Produktspezialisten von Meyer Sound, die mir die neue Version der Software vorstellten.

Die obere Grafik zeigt den Headroom mit Rosa Rauschen als Signalquelle und die untere Grafik zeigt den Headroom mit dem B gewichteten Rosa Rauschen (klicke auf das Bild für eine größere Ansicht).
Die obere Grafik zeigt den Headroom mit Rosa Rauschen als Signalquelle und die untere Grafik zeigt den Headroom mit dem B gewichteten Rosa Rauschen (klicke auf das Bild für eine größere Ansicht).

MAPP XT basiert auf der etablierten MAPP Online Pro. In den letzten zwei Jahren gab es eine Beta-Testphase für die LEO- und LYON-User – das heißt in der normale MAPP-Pro-Version waren die neuen Line Arrays nicht verfügbar, sondern nur in der neuen XT-Variante. MAPP XT- zeigt im Vergleich zur Pro-Version noch mehr Daten und hat diese nunmehr auch komplett abgelöst.

Im Virtual SIM Audio Analyzer werden jetzt sogar Phasen-Anzeigen visualisiert. Schon in der Planung kann damit auf Phase Matching eingegangen werden und es kann vorab ermittelt werden, wie die einzusetzenden Systeme zueinander kompatibel sind. Auch lässt sich erkennen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit alle Komponenten perfekt miteinander spielen.

Laut Meyer Sound ist MAPP XT das akkurateste Prediction Tool das es bislang gibt. Die Daten werden sehr hoch aufgelöst angezeigt: zum Beispiel zeigt sich das in der 1/48-Oktav-Auflösung und den Energiedaten von 16 Hz bis 22 kHz. Viele andere Prognosen-Softwares liefern dagegen unter 100 Hz keine Daten mehr.

Bei MAPP XT handelt es sich um eine Online-Software bei der die Berechnung auf Servern in Berkeley stattfindet. Auf Grund der in großen Datenmengen, die für eine korrekte Simulation notwendig sind, ist eine lokale Installation nicht praktikal. Da können laut Meyer Sound auch keine Abstriche gemacht werden, da für eine vernünftige Analyse akkurate Daten unumgänglich sind.

Konkretisiert bedeutet das: „Gerade bei dem Einsatz von Line-Arrays wie dem LEO-System sind Distanzen von bis über 120 Meter möglich. In der Praxis bedeutet das, dass beispielsweise ein halbes Grad rauf oder runter bei der Ausrichtung im hinteren Feld 2.000 Personen mehr oder weniger beschallt werden können. Daher werden die hochauflösenden und sauberen Daten benötigt.“

LEOPARD von Meyer Sound auf der Prolight + Sound 2015
LEOPARD von Meyer Sound auf der Prolight + Sound 2015

Es gibt für die LEO-Family – also LEOPARD, LYON und LEO – eine neue Auto-Splay-Funktion; also man kann eine Hörerfläche einzeichnen und die Software die Winkel-Berechnung vornehmen lassen. Das ist jetzt nichts ganz neues, da das andere Vorhersagesysteme auch können. Was MAPP XT hingegen kann, ist detailliert die Parameter des zum Beispiel kleinsten oder größten Winkels eines Arrays zu definieren. Auch Angaben zu der Anzahl von Elementen in einem Overshoot können gegeben werden.
Integriert in die Software ist auch ein virtuelles Galileo, Meyer Sounds Lautsprechermanagementsystem.  Man kann aber auch ein virtuelles Callisto wählen, die Art des Processings ist hier unterschiedlich. Stichwort: Delay Integration! Aber auch bis zu 24 Messmikrofone können in MAPP XT bei simultanem Einsatz positioniert werden. So kann schon sehr präzise bestimmt werden, wie der Frequenzgang an den einzelnen Punkten im Raum sein wird. Zudem kann man in MAPP XT auch die Pegel in dB SPL (in drei Kategorien A, C und Z bewertet) sehen. Wobei Z ja bekanntermaßen linear und ohne Bewertungskurve bedeutet. Man kann dabei aufzeigen was an Dauerpegel aber auch an Maximalpegel zu erwarten ist. „Diese Daten können dann auch in der Realität reproduziert werden.“ erklärt Meyer Sound hierzu.

Für genauere und aussagekräftige Ergebnisse wird mit einem Bandshaped Noise (B gewichtetes Rosa Rauschen) gearbeitet. Bei diesem Signaltyp werden die ganz tiefen und die ganz hohen Frequenzen leicht abgesenkt. Das bringt realistischere Ergebnisse was es den Headroom eines PA-Systems angeht, da in musikalischen Informationen sehr viel im Mittenbereich passiert und weniger im Bass sowie den Höhen. „Meyer Sound hat festgestellt, dass die mit bis dato Rosa Rauschen ermittelten Daten im echten Leben übertroffen werden können. Denn ein reines Rosa Rauschen will ja in der Regel keiner hören“, so meine Gesprächspartner.

Und wie gerade schon angedeutet, kann auf diese Weise mit MAPP XT die Reserve des Systems visualisiert werden. Das spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Planung geht, wie viele und welche Systemkomponenten überhaupt zum Einsatz kommen. Auch wenn es um die Distanzen geht spielt das eine wichtige Rolle, also ob das mit dem geplanten System noch geht oder ob man schon eine Delay Line einplanen sollte.

 

     
  

Weitere Infos zu MAPP XT von Meyer Sound findest du unter folgendem Link: www.MeyerSound.de/MAPP-XT

  
     

 

(© Bilder und Grafiken: Meyer Sound)

 

Letzte Änderung am Dienstag, 07 Juni 2016 18:05
Markus Beug-Rapp

Chefredakteur On Axis

Vom Berufsmusiker, Tontech und Stimmtrainer zum Schreiberling. Seit 2004 als Musik- und Veranstaltungsjournalist aktiv.

Webseite: www.onaxis.de

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