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Tutorial: Kampagnenplanung für Musiker

Gib mir neun

Ein Produkt oder einen Song marktgerecht zu releasen muss kein Glücksspiel sein. Mit den folgenden neun Punkten einer Kampagnenplanung erkennt ihr auf einen Blick die Stärken und Schwächen eines Projekts.

Zielgerichtetes Arbeiten ist mit einer übersichtlichen Kampagnenplanung eine einfache Angelegenheit

Habt ihr euch schon einmal überlegt, wie ihr ein bestimmtes Projekt — zum Beispiel einen Song, ein Album, eine Releaseparty, etc. — so plant, dass ihr alle relevanten Punkte im Blick habt? Oder geht ihr eher nach der Try-and-Error-Methode vor? Das Zauberwort hier ist „Kampagnenplanung“. Wenn ihr jetzt denkt, dass klingt furchtbar langweilig und zu strukturiert für jemanden, der immer kreativ ist und ein bestimmtes Chaos einfach benötigt, darf ruhig so weiter machen wie bisher. Man kann auch bei der Kampagnenplanung mit viel Kreativität rangehen. Schließlich geht es darum, vor den direkten Mitbewerbern aufzufallen und sich somit einen Vorteil zu verschaffen.

Schaut euch mal die erfolgreichen Acts oder Unternehmer an. In den allermeisten Fällen haben sie etwas außergewöhnliches anzubieten, dass auch treffsicher die Zielgruppe erreicht. Jedoch ist es meistens so, dass die geschäftliche Seite in der Regel von Marketing- und Vertriebsprofis geplant und umgesetzt wird.

Für alle unter uns, die strukturiertes Arbeiten bevorzugen (und zumindest theoretisch) nichts dem Zufall überlassen wollen, können die nachfolgenden Tipps äußerst nützlich sein. Und ihr werdet überrascht sein, wie wenig Punkte es sind, um alle Bereiche abzudecken um eine Kampagne oder ein Produkt marktfähig zu machen. Letztendlich geht es um gerade einmal neun Punkte die befolgt werden dürfen; zumindest bei einem einfachen Modell.

 

Kampagnenplanung ist kein Hexenwerk

Doch zunächst schauen wir uns die grundlegenden Bereiche einer Kampagnenplanung an:

Wir haben es meistens mit den gleichen Kernelementen zu tun: Wir haben ein Produkt, das gekauft werden soll. Neben der physischen Präsenz des Produkts gibt es auch noch die inhaltliche Ebene, also unter anderem wie wir unsere Kunden bzw. Fans emotional greifen wollen, damit sie unbedingt diesen einen Song hören wollen, das Album sammeln werden oder das Konzert besuchen müssen.

Mit diesem Wissen schauen wir uns jetzt ganz konkret die einzelnen neun Punkte (in drei Kategorien zu je drei Punkten unterteilt) an. Beachtet, dass sich alle Punkte auch auf euer geplantes Unternehmen beziehen:

Konsument:

  1. Für wen ist euer Produkt/eure Unternehmung gedacht? Wer ist euer Kunde bzw. eure Zielperson?
  2. Was treibt eure Zielperson an (Leidensdruck) um etwas Bestimmtes zu erreichen?
  3. Was sind die Interessen eurer Zielperson?


Produkt/Unternehmung:

  1. Aus welchen Inhalten besteht euer „Produkt“?
  2. Welche stilistischen Mittel setzt ihr ein, um das Unternehmen zu realisieren?
  3. In welcher (physischen) Gestalt publiziert ihr euer Produkt?


Marketing/Vertrieb:

  1. Mit welchem Slogan bewerbt ihr euer Produkt?
  2. Wie bringt ihr euer Produkt an den Point of Sale — also in den Laden und letztendlich zu euren Fans?
  3. Was kostet es bzw. was wollt ihr daran verdienen? (Das Ziel muss nicht unbedingt ein materieller Wert sein.)

 

Schreibt euch am Besten auf, was ihr geplant habt. Das hat zwei Vorteile: ihr schleppt weniger Ballast in eurem Kopf mit, da ihr nicht jeden Plan auswendig lernen müsst. Zudem gibt es Studien, dass Ziele eher erreicht werden, wenn sie aufgeschrieben sind.

Im Großen und Ganzen war es das auch schon. Wenn ihr die Punkte alle beantworten könnt, dann habt ihr einen Überblick über das gesamte Projekt und könnt die einzelnen Punkte übersichtlich abarbeiten. Mit etwas Übung erschafft ihr mit diesem System eine übersichtliche Vorgehensweise zur Planung eurer Projekte und überlasst nichts dem Zufall.

Ist euch das zu theoretisch? Kein Problem: wir geben euch gerne Anreize über mögliche Projekte, die wir dann ausarbeiten. Ihr könnt aber auch gerne mitteilen was ihr konkret vorhabt, damit wir das gemeinsam ausarbeiten. Schreibt, kommentiert oder twittert was ihr vorhabt oder wenn ihr noch Fragen zum Thema habt.

 

Letzte Änderung am Montag, 08 September 2014 10:27
Markus Beug-Rapp

Chefredakteur On Axis

Vom Berufsmusiker, Tontech und Stimmtrainer zum Schreiberling. Seit 2004 als Musik- und Veranstaltungsjournalist aktiv.

Webseite: www.onaxis.de

4 Kommentare

  • Kommentar-Link Markus Beug-Rapp Sonntag, 12 Oktober 2014 01:15 gepostet von Markus Beug-Rapp

    Hi Christa,

    selbstverständlich werden ausgebildete Marketingexperten noch andere Möglichkeiten in der Hinterhand haben als „nur“ 9 Punkte. Aber welche Punkte fehlen deiner Meinung nach noch für eine einfache Planung? Und wird eine gute Leistung (egal ob bei einem Song, eines Events oder eines Mottokonzerts) schlechter, wenn man strategisch vorgeht?

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  • Kommentar-Link Christa van Lier Freitag, 10 Oktober 2014 19:48 gepostet von Christa van Lier

    Na ja....die tipps einen Song an den Markt zu bringen und es zu vergleichen ist schon sehr gewagt.Ein lebloses Produkt mit dem passenden Konzept und den dazugehörigen Mitteln geht ganz schnell an den Verbraucher zu bringen.Aber einen Song an den Markt zu bringen ist zwar nicht schwer....jedoch finde ich das viele Sänger eine tolle Stimme haben aber das falsche Lied. Umgekehrt ein tolles Lied jedoch das falsche Instrument dazu.Wenn ich morgen ein Produkt an den Mann bringen will muss das Format passen. Es ist schon sehr gewagt Musik und strategische Unternehmen zu vergleichen .Im übrigen gehören mehr als 9 Punkte zum strategischen denken und umsetzen.Ehrlich gesagt kann man es nicht vergleichen bei Musik gehört auch das Gefühl ein Song muss mich abholen.

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  • Kommentar-Link Markus Beug-Rapp Montag, 08 September 2014 11:29 gepostet von Markus Beug-Rapp

    Hallo Frank,

    da hast du vollkommen Recht. Ohne ein gutes Produkt oder in unserem Falle ohne einen guten Song wird wohl die beste Kampagnenplanung nicht wirklich funktionieren. Es ist wie immer ein Zusammenspiel von vielen einzelnen Dingen, die einen Erfolg mit sich bringen können.
    Und manchmal gehört einfach noch das kleine bisschen Glück und/oder das richtige Timing dazu :-)

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  • Kommentar-Link Frank Heim Montag, 08 September 2014 11:00 gepostet von Frank Heim

    Das aller wichtigste ist aber die Qualität des Produktes ... für jede Band ist das wichtigste gute Songs zu haben! Das muss die oberste Priorität haben.

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