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Interview: Josef Max Hajda über SEO

SEO mit Hundefutter (Teil 1 von 3)

SEO-Experte Josef Max Hajda sprach mit mir über die große Aufgabe der Suchmaschinenoptimierung. Ich stelle euch das ausführliche Interview in drei Teilen vor. Im ersten Teil stellt sich Josef vor und er spricht über die Bedeutung von Keywords auf Webseiten.

SEO-Experte und Blogger Josef Max Hajda

Überall hört und liest man von dem Begriff Suchmaschinenoptimierung (SEO). Teils entsteht sogar der Eindruck als ob SEO etwas magisches, verbotenes ist. Dies ist nicht so bzw. muss nicht so sein – obwohl es viele einfallsreiche Versuche von SEO-Spezialisten gibt, um ganz vorne in Google & Co. zu landen.

Übrigens gehört SEO ganz allgemein zum Suchmaschinenmarketing (SEM). Unter SEO werden Maßnahmen gezählt, die unternommen werden um in Suchmaschinen ohne Werbebudget-Einsatz (also organisch) gefunden zu werden. Wenn man so will ist das Gegenstück zu SEO das SEA (Suchmaschinenwerbung). Hier geht es um kostenintensive Maßnahmen (zum Beispiel via Google AdSense) die getroffen werden. Doch wie angedeutet geht es in dem folgenden Beitrag um SEO.

Mein Interviewpartner Josef Max Hajda ist unter anderem SEO-Experte, Gründer einer Webagentur, Dozent, betreibt mit „Sag was“ einen Blog und ist leidenschaftlicher Fotograf. Josef spricht in dem folgenden (dreiteiligen) Interview über seine Vorgehensweise zum Thema Content Creation und SEO.

Markus Beug-Rapp – On Axis: Kannst du etwas zu deiner Person und deinem Werdegang sagen?

Josef Max Hajda: Mein Name ist Josef Hajda, ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und gebürtiger Münchner. Ich habe nach dem Abitur versucht Jura zu studieren, was mir allerdings gar nicht lag. Daher habe ich mich sehr spontan dazu entschieden eine Ausbildung im Veranstaltungsbereich zu absolvieren. Ich absolvierte eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann, habe da dann auch zunächst in einer Festanstellung dann als Freiberufler gearbeitet. Ich habe mich weitergebildet und den Veranstaltungsfachwirt abgeschlossen. Ich arbeitete dann als Projektleiter und Projektmanager – und das als Freelancer. Jedoch habe ich dann die Wirtschaftskrise sehr stark zu spüren bekommen. Letztendlich habe ich mich gegen diese berufliche Laufbahn entschieden, da insbesondere Freelancer als erstes gehen müssen, wenn irgendwo eingespart wird.

Danach entschied ich mich für den Bereich Marketing. Ursprünglich wollte ich nach dem Fachwirt Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement studieren, habe mich dann aber kurzentschlossen umentschieden, da gerade ganz neu der Studiengang Marketing- und Kommunikationsmanagement aufgelegt wurde. Nach dem Studium gründete ich eine kleine Agentur für Online Marketing. Heute habe ich einen Auszubildenden und eine freie Mitarbeiterin, die sehr viel im Bereich Social Media für mich arbeitet. Zudem beschäftige ich je nach Bedarf zwei freie Designer und drei bis vier Programmierer. Das ist das Kernteam. Ab und zu kommen noch ein paar freie Redakteure und Experten für bestimmte Themen hinzu.

Als Kunden konnten wir unter anderem die Daimler AG gewinnen. Speziell für die Mercedes-Benz Niederlassung München machen wir sehr viel aber auch die anderen Niederlassungen arbeiten immer mehr mit uns zusammen. Wir beraten das Goethe Institute Deutschland, was es das Thema SEA angeht. Wir arbeiten auch noch mit der Your Family Entertainment AG zusammen, die ein großer Content-Anbieter für Kinderfernseh-Material sind. Die halten beispielsweise die Rechte für „Fix und Foxi“.

Zudem betreiben sie mit „yourfamily“ und „RiC“ zwei Fernsehsender für Kinder: yourfamily ist ein Pay-TV-Sender während RiC als freies Programm empfangen werden kann. Wir machen für die das Social Media Marketing – also Facebook Marketing und Werbung sowie die Kommunikation in Foren. Zudem arbeiten wir für happy liquid einer der größten Hersteller Deutschlands von Flüssigkeiten für E-Zigaretten. Für die machen wir übrigens nahezu das gesamte Online Marketing in enger Zusammenarbeit mit dem internen Marketing. Dann kommen noch einzelne Aufträge wie Webseitenprogrammierung hinzu. Zusammengefasst bieten wir hauptsächlich Social Media Marketing, Community Management, Search Engine Advertising und Suchmaschinenoptimierung und ab und zu Webseitenprogrammierung.

Zudem bin ich Dozent an verschiedenen Einrichtungen wie zum Beispiel in der Macromedia in München.

 

 

Markus: Du hast ja in dem gerade gehörten Videointerview mit „Hundefutter“ dein Lieblingskeyword genannt. War das eher scherzhaft oder ernst gemeint?

Josef: „Hundefutter“ ist zum Erklären für Suchmaschinenoptimierung gar nicht so schlecht, weil sich jeder etwas darunter vorstellen kann. In einem gemischten Kurs wie an der Macromedia könnte ich als Keywordphrase „Louis Vitton Handtasche“ nehmen, das dann eher für Frauen interessant ist und weniger für Männer. Spezielle Keywords wie zum Beispiel „Canon EOS 7D“ für Fotografen sprechen auch nur eine relativ kleine Gruppe an. Für eine Veranschaulichung benötigt es daher etwas allgemeingültiges – wie zum Beispiel „Hundefutter“. Egal ob man selbst einen Hund hält oder nicht, jeder kennt in der Regel Hundefutter, da man immer wieder im Laden daran vorbeiläuft. Man kennt in der Regel auch durch TV-Werbung die eine oder andere Marke. Ich würde das Keyword daher als geschlechts-, alters- und interessenneutral bezeichnen.

Dann kommt dazu, dass man bei „Hundefutter“ auch sehr gut regional gegenüber deutschlandweit darstellen kann. Ich gehe ja von „Hundefutter“ recht schnell zu dem Keyword „Hundeladen“ über – und da ist regionales Marketing sehr wichtig. Wenn man beispielsweise nach „Hundeladen“ sucht kommen sehr schnell so Größen wie „Zoo+“ ins Spiel – die sind mit vielen Filialen in ganz Deutschland vertreten. Und wenn man jetzt einen kleinen Hundeladen in München hat, dann heißt das nicht, dass Suchmaschinenoptimierung keine Option ist. Es heißt aber logischerweise, dass du mit dem kleinen Laden nicht für ganz Deutschland auf Platz 1 mit dem Keyword „Hundefutter“ in den Suchergebnissen landen musst und wirst, weil es auch gar nicht notwendig ist. Da ist es wichtig, mit den richtigen Wortkombinationen gefunden zu werden – zum Beispiel mit „Hundefutter“ oder „Hundeladen“ in Kombination mit „München“.

Um das Ganze praktisch darzustellen: Wenn ein Kunde kommt und für 300 Euro je Monat mit dem Keyword „Hundefutter“ auf Platz 1 bei Google gelistet sein will, wird das nicht möglich sein. Da wird er eher 3.000 bis 5.000 Euro je Monat einplanen müssen – und ein Erfolg wird vermutlich erst nach sechs bis zwölf Monaten vorhanden sein, da er gegen die „Großen“ antritt. In meinem Fall hatte ich eine Webseite für einen Hundeladen optimiert zum Festpreis für 400 Euro je Monat. Mit den Keywords „Hundeladen München“, „Hundegeschäft München“ und „Hundefutter München“ landete der Kunde innerhalb von vier bis fünf Wochen auf Platz 1 in der Google-Suche. Der Grund dafür: Die Mitbewerbersituation war überschaubar und die meisten Seiten waren nicht für Suchmaschinen optimiert.

Markus: Wie wichtig ist regionales Marketing für Suchmaschinenergebnisse von Google?

Josef: Google vernetzt ja bekanntermaßen seine eigenen Dienste. Wenn du beispielsweise einen Google-Maps-Eintrag erstellst, dann erstellst du damit automatisch eine Google+-Seite. Das heißt dann: Für drei Shops haben wir in der Regel drei Google+-Seiten. Und wenn jetzt als Domain zum Beispiel „www.hundeladen.de“ registriert ist und als Städte München und Mönchengladbach hinzukommen, erkennt Google die Verknüpfung. Dies sorgt dafür, dass man in seinem Segment schneller relevant werden kann.

Dies war der erste Teil des Interviews mit Josef Max Hajda. Schaut bald wieder vorbei, damit ihr den zweiten Teil nicht verpasst. Wenn ihr übrigens Fragen zum Thema habt, fragt einfach. Wir werden euch dann schnell und kompetent Rede und Antwort stehen.

Wer sich über Josef Max Hajda genauer informieren möchte, kann das auf seinem Blog „Sag was!“ unter hajda.de.

Hier gehts zu Teil 2 des Interviews mit Josef Max Hajda  Hier gehts zu Teil 3 des Interviews mit Josef Max Hajda

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 08 September 2015 13:20
Markus Beug-Rapp

Chefredakteur On Axis

Vom Berufsmusiker, Tontech und Stimmtrainer zum Schreiberling. Seit 2004 als Musik- und Veranstaltungsjournalist aktiv.

Webseite: www.onaxis.de

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